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Weblog-Archiv für 14. Juli 2008

ATOMKRAFT – Eine Einbahnstraße

Verfasst von cesmc am 14. Juli 2008

Der Beschluss der Bundesregierung, aus der Kernkraft auszusteigen, liegt nun 8 Jahre zurück. Nun mehren sich die Stimmen, eben gerade dieses nicht zu tun. Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel will für eine Verlängerung der Laufzeiten über das im Atomkonsens vereinbarte Jahr 2021 hinaus kämpfen. Atomenergie produziert Strom mit deutlich niedrigeren CO2 – Emissionen als vergleichbar Gas oder Kohlekraftwerke. „Für die nächsten Jahre können wir weder auf Kohle noch auf Kernkraft verzichten, so Merkel. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht das aber anders. „Wenn wir auf Atomkraft setzen, dann verbauen wir uns den Weg zu den Energiequellen der Zukunft“. Bundespräsident Horst Köhler sagte dazu: „Ich kenne keinen einzigen seriösen Wissenschaftler, der behauptet, wir könnten mit Atomkraft unsere künftigen Energieprobleme lösen.“ Diese Meinung teilen auch unzählige Atomkraftgegner aus der Bevölkerung. Atomkraft und Sicherheit sind zwei verschiedene paar Schuhe. Jedes Jahr entstehen allein in Deutschland rund 400 Tonnen hochradioaktive abgebrannte Brennelemente. Was jedoch mit diesem über Jahrtausende strahlenden Müll passieren soll, weiß bis heute niemand. Ein weiterer Faktor ist das immense Risiko, welches die Atomkraft mit sich bringt. Hunderttausende Hektar verstrahltes Land, Tod und Krankheit im Leben von mehr als 350.000 Menschen: Dafür steht Tschernobyl. Am 26. April 1986 explodierte im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl der Reaktorblock 4 am Turbinengenerator. Ein kaum vorstellbares Maß der Zerstörung nahm seinen Lauf. Die Verbreitung des so genannten Tschernobyl-Aids, eine allgemeine Immunschwäche, welche Tumore und angeborene Anomalien, Erkrankungen der Atemwege, des Blutkreislaufs, des Verdauungssystems, der Augen, der Haut, der Knochen und der Muskeln stark ansteigen lässt stellt eine der Hauptfolgen dar. Die Erkrankung an Schilddrüsenkrebs insbesondere bei Kindern ist teilweise um das 50 – Fache angestiegen. Die Frage ist, welches Geld der Welt ist es Wert, Atomkraftwerke zu Fördern, bei massenhaften Risiken, trotz einer enormen Vielfalt an Möglichkeiten im Bezug auf Erneuerbare Energien. Während sich die Vorräte an Uran und Öl erschöpften, sind Sonne und Wind ewig verfügbar. „Die Windparks, für die ich jetzt in Nord- und Ostsee die Voraussetzungen schaffe, können so viel Strom liefern wie zehn Atomkraftwerke“, sagte Wolfgang Tiefensee heute der „Berliner Zeitung“.

Im Endeffekt bleibt es jedoch jedem selbst überlassen, in wessen Hände man die Entscheidung über die Zukunft der Atomkraftwerke – und somit auch seine eigene Zukunft legt.

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